Katholisch-Theologische Fakultät
Bei der Errichtung der Fakultät für Katholische Theologie im Rahmen der Wiedergründung der Universität Mainz wurden 1946 zwei Lehrstühle im Bereich der Historischen Theologie geschaffen, einer für Kirchengeschichte und Patrologie, einer für christliche Archäologie und Kunstgeschichte. Auf den zuerst genannten wurde Ludwig Lenhart berufen, zuvor Professor am Bischöflichen Priesterseminar Mainz; der andere Lehrstuhl blieb zunächst unbesetzt. Nachdem 1954 August Schuchert einen Lehrauftrag für dieses Gebiet wahrgenommen und ab 1955 Anton Philipp Brück als a.o. Professor tätig geworden war, wurde mit dessen Ernennung zum o. Professor am 15. Dezember 1964 der zweite Lehrstuhl der historisch-theologischen Fächergruppe regulär konstituiert. Nach der Emeritierung von Ludwig Lenhart wurde im Wintersemester 1968/69 die Abgrenzung der Lehrgebiete neu definiert, und zwar in Anlehnung an den Usus der meisten katholisch-theologischen Fakultäten im deutschen Sprachraum: Alte Kirchengeschichte und Patrologie einerseits, Mittlere und Neuere Kirchengeschichte und Religiöse Volkskunde andererseits. Dieser Fächerbestand wurde mit Schreiben des Ministers für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur vom 9. Mai 2006 an den Bischof von Mainz nochmals bestätigt.
Die Abteilung Kirchengeschichte des Altertums, Patrologie und Christliche Archäologie übernahm Karl Suso Frank OFM (1968-1974). Seinen Interessensschwerpunkt bildete vor allem die Geschichte des Mönchtums. Ihm folgte im Wintersemester 1976/77 Theofried Baumeister OFM, der die Professur bis zu seiner Emeri-tierung im Sommersemester 2009 innehatte. Inhalte seiner Forschungen sind die Frömmigkeitsgeschichte der Alten Kirche (Martyrium, Hagiographie und Heiligenverehrung), Kirchengeschichte des Niltals (Ägypten und Nubien), Koptologie, Gnosisforschung sowie die Religionsgeschichte der Antike. Zum Wintersemester 2010/11 übernahm Heike Grieser die Professur. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in sozial- und rechtsgeschichtlichen Fragestellungen (Christentum/ Theologie und Sklaverei; Frühchristliche Caritas), im kulturhistorischen Bereich (Christentum im Umfeld der (paganen) Religionen; Christlicher Volksglaube) sowie in der Hagiographie und der Historischen Frauenforschung.
Die Abteilung für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte und Religiöse Volkskunde hat die Geschichte des Christentums im Zeitraum vom beginnenden Mittelalter bis zur jüngsten Vergangenheit zum Gegenstand, also etwa 1300 Jahre. Bis in die frühe Neuzeit hinein verläuft dabei die Kirchengeschichte in enger Verschränkung mit der politischen Geschichte des europäischen Kontinents. So fasst diese Disziplin die Geschichte nicht isoliert als Institutionengeschichte der Kirche auf, sondern öffnet die Perspektive auf den engen kulturgeschichtlichen Zusammenhang zwischen christlicher Religion und dem Werden europäischer Zivilisation.
Bis zu seiner Emeritierung 1978 pflegte Anton Philipp Brück insbesondere die Mittelrheinische Kirchengeschichte und die Religiöse Volkskunde. Sein Nachfolger seit 1979, Univ.-Prof. Dr. Isnard W. Frank OP, baute die Geschichte der Orden und religiösen Gemeinschaften, besonders jene der Bettelorden, zum Hauptarbeits- und Forschungsgebiet der Abteilung aus. P. Isnard, der am 13. Oktober 2010 in Wien verstorben ist und in der Gruft der dortigen Dominikanerkirche beigesetzt wurde, sagte von sich: „Ich bin Jahrgang 1930 und komme aus Ulm; um genau zu sein: aus Wiblingen, einem seit 1928 eingemeindeten Ort, in dem bis 1806 ein 1092 gegründetes Benediktinerkloster bestand. Die eindrucksvolle Klosteranlage des 17./18. Jahrhunderts mit einem prachtvollen Bibliothekssaal und eine bereits vom Klassizismus geprägte Kirche sind erhalten geblieben. Die Kirche, 1782 vollendet, ist der letzte Großbau der in der oberschwäbischen Kulturlandschaft zahlreichen und vielgestaltigen Kirchenbauten. Meine Vorliebe für Kirchenbaukunst, Klosterwesen und Geschichte überhaupt hatten also in meiner Heimat ihre Wurzeln.“
Nach Franks Pensionierung (1996) übernahm 1997 Johannes Meier, zuvor Ruhr-Universität Bochum, die Professur. Er pflegte das ordensgeschichtliche Interesse weiterhin, es galt jetzt bevorzugt den Prämonstratensern und den Jesuiten. Ein neuer Schwerpunkt entstand in der außereuropäischen Christentumsgeschichte, insbesondere Lateinamerikas. Die Zäsur zwischen Mittelalter und Neuzeit lässt sich u.a. mit der Entdeckung der Seewege nach Amerika und um Afrika herum nach Indien, Süd- und Ostasien (1492 bzw. 1498) datieren. Sie markiert den Beginn der Ausbreitung des westlichen Christentums über Europa hinaus. Im Bereich der Mission und der Entwicklung zur Weltkirche liegt seit 1997 ein zentrales Forschungsgebiet des Mainzer Seminars für Kirchengeschichte, das dabei in internationalem Austausch, vor allem mit Historikern in Lateinamerika und China, steht. Im Rahmen eines langfristigen Projektes wird speziell über die Jesuitenmissionen in Portugiesisch- und Spanisch-Amerika im 17. und 18. Jahrhundert geforscht. Neben missionsgeschichtlichen werden auch zeitgeschichtliche und gegenwartsbezogene Fragestellungen aus der katholischen Weltkirche und der globalen Ökumene in den Fokus gerückt. Die Bereichsbibliothek Theologie wird seit 1997 um das Sammelgebiet „Außereuropäische Kirchengeschichte“ kontinuierlich und substantiell erweitert.
Johannes Meier war von 2001 bis 2012 Sprecher des Interdisziplinären Arbeitskreises „Lateinamerika“ der Johannes Gutenberg-Universität. Er gibt gemeinsam mit dem evangelischen Kirchenhistoriker Klaus Koschorke (LMU München) die Schriftenreihe „Studien zur Außereuropäischen Christentumsgeschichte“ heraus. Er gehört der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur als ordentliches Mitglied an. Mit Ablauf des 30. September 2013 trat er in den Ruhestand.
Seit dem Sommersemester 2014 ist Claus Arnold (geb. 1965), zuvor Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Nachfolger von Johannes Meier. Er ist zugleich der ehrenamtliche Leiter des diözesanen Instituts für Mainzer Kirchengeschichte.
ReIReS („Research Infrastructure on Religious Studies“) als “starting community” wurde mit dem Ziel durchgeführt, eine innovative Infrastruktur für Religionsforschung innerhalb Europas zu schaffen. 12 europäische Forschungsinstitutionen waren daran beteiligt; federführend für das Teilprojekt an der JGU war der Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät (Prof. Dr. Claus Arnold, Projektkoordinatorin Alexandra Nusser M.A.).
Das Projekt begann im Februar 2018 und wurde aus dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der EU Horizon 2020 (INFRAIA, GA 730895) finanziert. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde es um ein halbes Jahr auf insgesamt 42 Monate verlängert.
Nach Ansicht der 12 beteiligten Institutionen spielt Religion in der europäischen Gesellschaft eine Schlüsselrolle. Der Austausch über religiöses Wissen und die wissenschaftliche Reflexion darüber können ein friedliches Zusammenleben fördern und Unkenntnis abbauen. Dafür ist eine geeignete Forschungsinfrastruktur von höchster Bedeutung.
Das Projekt ReIReS und das Folgeprojekt RESILIENCE-RI bauen eine internationale Vernetzung der Religionsforschung auf ganz unterschiedlichen Ebenen auf:
RelReS bot einen transnationalen Zugang zu den Bibliotheken und Archiven großer europäischer Forschungsinstitutionen, an denen Nachwuchs-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler durch Stipendien unter der Anleitung von Experten an den einzigartigen historischen Materialien forschen konnten; in Mainz waren dies die Martinus-Bibliothek, die Wissenschaftliche Stadtbibliothek, das Gesangbucharchiv an der JGU, die Bereichsbibliothek Theologie mit der Jüdischen Bibliothek und das Institut für Mainzer Kirchengeschichte.
Während der Projektlaufzeit konnten an den europäischen ReIReS-Standorten insgesamt 87 Stipendien durchgeführt werden, aus denen zahlreiche wissenschaftliche Publikationen hervorgingen. In Mainz wurden 25 Transnational Access-Projekte verwirklicht.
Ein weiteres zentrales Ziel ist der Aufbau des digitalen Netzwerks „ReIReSearch“, das die Daten großer europäischer Forschungsinstitutionen zusammenführt und diese semantisch anreichert sowie multilingual auffindbar und verfügbar macht. Die Sammlungen der ReIReS-Partner werden sukzessive integriert. Aus Mainzer Beständen sind bereits zwei Sammlungen enthalten: digitalisierte hebräischen Manuskripte der Jüdischen Gemeinde Mainz aus der Zeit von 1700 bis 1920 sowie die biographische Datenbank zu Mainzer Klerikern des 17. bis 19. Jahrhunderts aus dem Institut für Mainzer Kirchengeschichte. In Workshops werden die Nutzer darin geschult, wie sie die Daten und Materialien für ihre Forschungen nutzen können.
Der Aufbau des Forschungsnetzwerks wird bis zum Jahr 2055 im Folgeprojekt RESILIENCE-RI weitergeführt.
Die Angebote sollen nicht nur für Wissenschaftler, sondern auch für Entscheidungsträger aus Politik und Gesellschaft eine wichtige Informationsquelle darstellen. Das Projekt zielt damit inhaltlich auf den historischen und kulturellen Einfluss des vielfältigen religiösen Erbes auf die europäische Geschichte und stärkt die Einsicht in die Verstehensvoraussetzungen einer heutigen multireligiösen Gesellschaft.
Das ReIReS-Konsortium besteht aus folgenden Institutionen
- Fondazione per le scienze religiose Giovanni XXIII, Italien.
- Sofiiski Universitet Sveti Kliment Ohridski, Bulgarien.
- Katholieke Universiteit Leuven, Belgien.
- Consiglio Nazionale delle Ricerche, Italien.
- Universität Hamburg, Deutschland.
- Uniwersytet Warszawski, Polen.
- Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland.
- École Pratique des Hautes Études, Frankreich.
- Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Deutschland.
- Brepols Publishers NV, Belgien.
- Stichting Refo500, Niederlande.
- Theological University of Apeldoorn, Niederlande.
Anfragen zu ReIReS und RESILIENCE-RI
in Kooperation mit Prof. Dr. Giovanni Vian, Universität Ca’Foscari, Venedig; Projektmitarbeit Dr. Francesco Tacchi
Der deutsche Katholizismus nach 1900 erlebte eine tiefgreifende Krise, die sich vor allem an der Frage der autonomen politischen, sozialen und kulturellen Tätigkeit der Laien sowie der interkonfessionellen Öffnung bei dieser Tätigkeit entzündete. Die Befürworter einer solchen (relativen) Autonomie und Öffnung standen dabei „integralistischen“ Kreisen in Theologie und Laienkatholizismus, im Episkopat und nicht zuletzt innerhalb der römischen Kurie gegenüber, die auf strikte konfessionelle Abgrenzung und hierarchische Kontrolle aller Lebensbereiche setzten. Papst Pius X. setzte diese integralistischen Positionen zumal in Italien (Auflösung der Laienorganisation „Opera dei Congressi“) und in Frankreich (Verbot des christdemokratischen „Sillon“) durch. In Deutschland hingegen konnten sowohl in der Auseinandersetzung um die christlichen Gewerkschaften als auch um den konfessionellen Charakter der Zentrumspartei und nicht zuletzt im „Literaturstreit“ um Aufweichungstendenzen innerhalb der katholischen Tendenzliteratur oft kompromisshafte römische Entscheidungen erreicht werden. So wurde in der Enzyklika „Singulari quadam“ (1912) wenigstens eine Duldung der interkonfessionellen christlichen Gewerkschaften ausgesprochen. Das Projekt betrachtet diese Auseinandersetzung im europäischen Kontext und rekonstruiert erstmals auf der Basis aller relevanten Akten die innere Meinungsbildung der römischen Kurie im „Integralismus-Streit“, dessen Ausgang gewichtige Folgen für die gesellschaftliche Positionierung des deutsche Katholizismus im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts hatte.
Auswahl daraus entstandener Publikationen
- Francesco Tacchi: La Curia romana e la Germania durante la crisi modernista. L’Integralismusstreit tedesco (1900-1914), Rom 2022
- Vatikanische Quellen zum deutschen Gewerkschaftsstreit. Die bischöflichen Gutachten und die Entstehung der Enzyklika »Singulari quadam« (1912), bearb. v. Francesco Tacchi (Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe A: Quellen, Bd. 60), Paderborn 2022
- Claus Arnold, Francesco Tacchi, Giovanni Vian: The Controversy over Integralism in Germany, Italy and France during the Pontificate of Pius X (1903-1914), Turnhout 2024
in Kooperation mit Prof. Dr. Giovanni Vian, Universität Ca’Foscari, Venedig
In der Enzyklika „Pascendi“ verordnete Papst Pius X. im Jahr 1907 ein Bündel von Maßnahmen zur Repression des sog. „Modernismus“, den er zugleich als qualitativ neue Gesamthäresie der Moderne definierte. Die Bischöfe und Ordensoberen der Weltkirche hatten im Folgejahr 1908 und dann regelmäßíg alle drei Jahre über Ausführung und Erfolg der Maßnahmen Bericht zu erstatten. Das Projekt erhebt erstmals diese in den römischen Archiven verstreuten Ausführungsberichte und wertet sie komparatistisch aus. So entsteht ein internationales Panorama der Breitenwirkung des Antimodernismus bis 1914. Zugleich kommen die unterschiedlichen lokalen Interpretationen und Strategien (zur Immunisierung gegen die Repression wie zu ihrer Maximalisierung) in den Blick. Schließlich eröffnet sich der Blick auf den durchaus konkurrenzbestimmten innerkurialen Umgang mit den Berichten und auf ihre Bedeutung für die weitere antimodernistische Pragmatik unter Pius X.
Publikation
- Claus Arnold/Giovanni Vian (Hg.): The Reception and Application of the Encyclical Pascendi. The Reports of the Diocesan Bishops and the Superiors of the Religious Orders until 1914 (Studi di Storia 3), Venedig 2017.
Vertreten durch Prof. em. Dr. Johannes Meier
Projektbeschreibung in deutscher Sprache
Projektbeschreibung in spanischer Sprache
Verlagsprospekt über die bisher erschienenen Bände des bio-bibliographischen Handbuchs „Jesuiten aus Zentraleuropa in Portugiesisch- und Spanisch-Amerika“
Bericht über die Exkursion mit Prof. Meier in die historischen Missionsgebiete der Jesuiten (17./18. Jahrhundert) bei den Guaranies in Paraguay und den Chiquitanos in Ostbolivien (8.-23. Oktober 2011)
Vertreten durch Dr. Francesco Tacchi
Im November 1945 wurde eine ständige vatikanische Mission in Kronberg im Taunus (Bistum Limburg) eingerichtet, deren Leiter vom Sommer 1946 bis zu ihrer Auflösung 1951 der deutsch-amerikanische Bischof Aloysius Muench war. Obwohl der offizielle Zweck der Mission nur die religiöse und moralische Hilfe für die katholischen „Displaced Persons“ war, wurde sie tatsächlich zu einem Mittel, mit dem sich der Heilige Stuhl eine faktische Präsenz auf deutschem Boden und einen engen Kontakt mit dem deutschen Episkopat sicherte, nachdem die Apostolische Nuntiatur ihren Status als diplomatische Vertretung infolge des Krieges verloren hatte. Im besetzten Deutschland war Muench außerdem Apostolischer Visitator und zugleich Verbindungsbeauftragter für religiöse Angelegenheiten bei der US-Militärregierung (1946-1949), dann Regent der Apostolischen Nuntiatur vom Oktober 1949 bis zum März 1951, als er zum ersten Nuntius der Nachkriegszeit ernannt und kurz darauf an den neuen Sitz in Bad Godesberg versetzt wurde. In einer entscheidenden Umbruchphase der deutschen Zeitgeschichte stand er daher im Mittelpunkt eines dichten Beziehungsgeflechtes zwischen Deutschland, dem Vatikan und den Vereinigten Staaten, dessen Konturen bisher nicht hinreichend rekonstruiert wurden. Das Forschungsprojekt untersucht in kirchengeschichtlicher Perspektive die Bedeutung und die Rolle der päpstlichen Mission in der deutschen Zusammenbruchsgesellschaft, mit besonderer Fokussierung auf die Vermittlerfunktion Muenchs innerhalb des genannten „Dreiecks“. Konkret sollen drei Fragestellungen erörtert werden, die sich auf die Gestaltung der deutschen Nachkriegsordnung beziehen: 1) Der Beitrag der Kronberger Mission zum materiellen Wiederaufbau und zum Ziel der „Rechristianisierung“ der deutschen Gesellschaft nach der Nazi-Ära; 2) Die Haltung Muenchs zu den Versuchen des deutschen Episkopats, auf die Ausarbeitung der Länderverfassungen und des Grundgesetzes Einfluss zu nehmen und so die gesellschaftliche Position der Kirche zu stärken, sowie zur Frage der Fortgeltung des Reichskonkordats; 3) Seine Rolle als Verbindungsfigur zwischen dem Heiligen Stuhl und den amerikanischen Militär- und Zivilbehörden im Kontext des beginnenden Kalten Kriegs und die Folgen dieser antikommunistischen „Konvergenz“ für Deutschland bzw. für die katholischen Kirche im Land. Ziel des vorliegenden Projekts ist eine monographische Darstellung, die zum ersten Mal vatikanische, amerikanische und deutsche Archivquellen kombiniert und abgleicht. Damit leistet das Vorhaben einen Beitrag zur Erforschung eines noch wenig bekannten Aspekts des Pontifikats Pius’ XII., sowie zur Rekonstruktion eines internationalen Beziehungsgeflechts von kirchlichen, politischen und diplomatischen Akteuren, das langfristige Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft und damit auch auf den deutschen Katholizismus gezeitigt hat.
Vertreten durch Prof. Dr. Claus Arnold in Kooperation mit Prof. Dr. Maria Antonia Paiano
Die Selig- und Heiligsprechung von neuzeitlichen Päpsten ist nicht erst seit dem Pontifikat Johannes Pauls II. zur Sitte worden, sondern gehörte schon zu den großen Projekten des Pontifikats von Pius XII. (1939-1958), der seit 1940 die liegengebliebenen Prozesse von Innozenz XI., Pius IX. und Pius X. neu forcierte, um so religiöse, politische und allgemein pastoral mobilisierende Effekte zu erreichen. Die Rekonstruktion der von Pius XII. selbst zum Erfolg geführten Fälle von Pius X. (selig 1951, heilig 1954) und Innozenz XI. (selig 1956) erschließt die konkrete Durchsetzung des päpstlichen Kanonisierungswillens im Zusammenspiel mit dem kurialen Apparat und gegen dessen teilweisen Widerstand sowie die sorgfältige Inszenierung des massenwirksamen Vollzugs der Heroisierung der Vorgänger von Pius XII. und ihrer Instrumentalisierung für die Programmatik seines Pontifikates.
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Doing Theology in the German Context (englischsprachige Ringvorlesung/englischsprachiges Seminar des FB 01)
Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Claus Arnold; Univ.-Prof. Dr. Volker Küster
Format: online -
Epochen in der Kirchengeschichte
Dozent:in: Dr. theol. Maximilian Künster -
Erstkontakt Theologie
Dozent:in: Dr. Dominic Bärsch; Dr. theol. Maximilian Künster -
Identitäten im Dialog. Bekenntnistexte ökumenisch lesen (Blockveranstaltung)
Dozent:in: Konstantin Funk; Dr. theol. Maximilian Künster -
Kirchenlateinische Lektüre, Grundlagen (Übung 1)
Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Claus Arnold -
Kirchenlateinische Lektüre, Vertiefung I
Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Claus Arnold -
Oberseminar Mittlere und Neuere Kirchengeschichte – Blockseminar (nach persönlicher Einladung)
Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Claus Arnold -
Querschnittsthemen der mittleren und neueren Kirchengeschichte
Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Claus Arnold -
Querschnittsthemen der mittleren und neueren Kirchengeschichte I (Vertiefende Vorlesung I)
Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Claus Arnold -
Querschnittsthemen der mittleren und neueren Kirchengeschichte II (Vertiefende Vorlesung II)
Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Claus Arnold -
Theologie in Mainz
Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Claus Arnold
WiSe 2025/26
Für die Bearbeitung der Klausuren in den Studiengängen Magister Theologiae, Magister Theologiae (Kirchlicher Abschluss), Kernfach/Beifach Katholische Theologie im Bachelor of Arts und Bachelor und Master of Education sind Hilfsmittel zugelassen. Diese müssen Sie selbst mitbringen. In den Büchern sind Farbmarkierungen und Unterstreichungen (bei Bibeln auch Querverweise) zulässig.
- Gesamtausgabe der Bibel: Altes und Neues Testament (in der Fassung der revidierten Elberfelder Übersetzung ohne Kommentar)
- Ausgabe der deuterokanonischen Schriften (Apokryphen) aus der Einheitsübersetzung (Ausdruck der Datei aus der Lernplattform ILIAS)
- Denzinger-Hünermann (Unterstreichungen und farbliche Markierungen im Text sind möglich.)
KIRCHE UND KIRCHENGESCHICHTE
- www.kirchliche-archive.de
- Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon: Online-Lexikon in deutscher Sprache, wird laufend ergänzt.
- The Catholic Encyclopedia: umfangreiches älteres theologisches Lexikon in englischer Sprache (Onlineausgabe der Edition von 1912).
- Homepage des Heiligen Stuhls
- Unter www.papsturkunden.de oder www.goettinger-papsturkundenwerk.de kann auf die Datenbank „Regesta Pontificum Romanorum online“ des Göttinger Papsturkundenwerkes zugegriffen werden.
- Die Germania Sacra, Historisch-statistische Beschreibung der Kirche des alten Reiches, bietet eine Suchmaschine auf ihrer Homepage an, so dass eine Online-Suche möglich ist.
- Der Gesamtüberblick über die aktuelle Lage der Kirche in Deutschland. Zugang zu allen Homepages der Bistümer, usw.
- Einstieg in die Homepages zahlreicher Klöster und Ordensgemeinschaften in Deutschland: http://www.orden.de/
- Das Klosternetzwerk in Österreich: http://www.kloesterreich.at/
- Kloster- und Ordensgeschichte: Auf dieser Seite ist ein Gesamtüberblick aller Orden und Kongregationen in Deutschland zu finden.
- Forschungsstelle für Vergleichende Ordensforschung (Kath. Universität Eichstätt)
- Vita Religiosa im Mittelalter (Sonderforschungsbereich der TU Dresden)
- Alles über den Prämonstratenserorden
- Kloster Roggenburg (Kreis Neu-Ulm):
- http://www.kloster-roggenburg.eu/web/de/orden/orden.php/
- Ein Reiseführer zu Prämonstratenserklöstern: http://www.praemonstratenser.de/
- Propstei Clarholz
- Zur Geschichte der Franziskaner in Amerika siehe http://sanfrancisco.asu.edu/
- Die zentrale Seite für alle, die sich mit dem Jesuitenorden beschäftigen möchten.
- Kirche und Kirchhof im Dorf – Berichte aus Westfalen im konfessionellen Zeitalter.
- Informationen über den aus dem Sauerland stammenden Priester Franz Stock und sein Wirken für Aussöhnung zwischen Franzosen und Deutschen im 20. Jahrhundert unter: http://www.franz-stock.de/oder http://www.franz-stock.org/
- Kostbare Handschriften und Frühdrucke der Kölner Diözesan- und Dombibliothek stehen Fachleuten und Laien jetzt auch im Internet zur Verfügung.
- Die Gesellschaft für Mittelrheinische Kirchengeschichte ist zu finden unter: http://www.mittelrheinische-kirchengeschichte.de/
- Informationen zu Geschichte und Denkmälern in Rheinhessen und am Mittelrhein: www.regionalgeschichte.net
- Orientierung zur mittelalterlichen Kirchengeschichte der Niederlande und Belgiens bietet die Kontaktgruppe „Signum“: http://www.contactgroepsignum.eu
- Die internationale Gesellschaft für theologische Mediävistik: www.sankt-georgen.de/igtm/default_de.htm
- Hervorragende Arbeitsmöglichkeiten zur vatikanischen, italienischen und deutschen Geschichte vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart bestehen am Deutschen Historischen Institut in Rom: www.dhi-roma.it
- Hinweise zur Kirchenpädagogik und Pädagogik des Sakralraumes
- Bibliografie zu den Aspekten und Aufgaben der Pädagogik im Sakralraum, dazu Materialien und Aufsätze zur Nutzung von Religionsbauten, auch zum Thema Synagoge.
- Ökumenisches Heiligenlexikon http://www.heiligenlexikon.de/
- Die Deutsche Jakobus-Gesellschaft
LATEINAMERIKA
- Adveniat in Essen unterstützt als Hilfe der deutschen Katholiken die Initiativen der Kirche in allen lateinamerikanischen Ländern und der Karibik. Diese verlässliche Solidarität hat ADVENIAT zu einem der wichtigsten Partner der Kirche in Lateinamerika gemacht. Jahr für Jahr fördert die Aktion rund 5.000 Projekte.
- Wer näheres über die Arbeitsgemeinschaft der lateinamerikanischen Bischöfe (CELAM) erfahren will, ist an dieser Stelle richtig.
- Links zu zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften aus Lateinamerika und der Karibik – übersichtlich nach Ländern geordnet – sind im Internet zu finden unter der Adresse: http://www.barnews.com/
- In der so genannten „WWW Virtual Library”, der virtuellen Bücherei, in der Sektion Lateinamerika-Studien, gibt es eine Reihe nützlicher Links und Informationen, die sowohl nach Ländern, als auch nach Themen geordnet sind.
- Eine Auswahl aktueller Meldungen, Berichte und Reportagen über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Sport aus Nord- und Südamerika bietet BBC-online.
- Der Verband der katholischen Historiker in Nordamerika stellt sich vor unter: http://www.achahistory.org
- Informationen zum Stipendienwerk Lateinamerika-Deutschland e.V. gibt es unter: http://www.icala.org/
- Auf dieser Seite von Wolfgang Lustig, Mitarbeiter des Romanischen Seminars der Universität Mainz, gibt es unter anderem die Möglichkeit, Texte in die Sprache der Guarani übersetzen zu lassen.
MISSION – ÖKUMENE – EINE WELT
- Das „Institut für Weltkirche und Mission“ in Frankfurt unterhält seinerseits eine in diesem Bereich einschlägige, höchst umfangreiche Sammlung von Links: http://www.iwm.sankt-georgen.de/forschung/links/
- Deutscher Katholischer Missionsrat
- Dritte-Welt-Medien und -produkte
- Interkulturelle, interreligiöse und theologisch-kontextuelle Entwicklungen beobachtet das Missionswissenschaftliche Institut Missio e.V..
- Das in Trägerschaft der Bethlehem Mission Immensee stehende Romero-Haus in Luzern ist ein Treffpunkt für Missionswissenschaftler aus aller Herren (und Frauen) Länder. Ein Besuch auf dieser Seite bringt immer wieder neue Informationen über Veranstaltungen und Neuigkeiten aus der Fachwelt.
- Das Web-Portal Außereuropäische Christentumsgeschichte
- Literatur aus Afrika und Lateinamerika unter: www.peter-hammer-verlag.de
ALLGEMEINTHEOLOGISCHE LINKS
- Sondersammelgebiet Theologie der Universitätsbibliothek Tübingen
- Fachinformationsmittel Theologie der Universität Heidelberg
- Theologische Links
ALLGEMEINHISTORISCHE LINKS
- Linksammlung des Freiburger Fachportals Geschichte
- Martin Mayer: Geschichte elektronisch. Einführung in die elektronischen Hilfsmittel für das Studium der Geschichte an der Universität Freiburg im Breisgau, Freiburg i.Br. 2007: Stellt ausführlich wichtige bibliographische Fachdatenbanken vor. Nach wie vor sehr informativ, auch wenn die Broschüre schon etwas älter ist.
- Archive in Deutschland: Von der Archivschule Marburg zusammengestellte Informationen
- Archive: Von Andreas Hanacek erstellte ausführliche Übersicht zu Archiven in Deutschland (insbesondere für Genealogen interessant).
- Karlsruher Virtueller Katalog: Unentbehrlich bei der Literaturrecherche in deutschen Bibliotheken
- Internationaler Biographischer Index: Der K. G. Saur-Verlag hat eine große Zahl biographischer Nachschlagewerke aus vergangenen Jahrhunderten und verschiedenen Weltteilen ausgewertet und zu nach Ländern gegliederten Mikroficheeditionen kumuliert (u.a. im Bibliographischen Zentrum der UB Mainz vorhanden). Im Internet können Sie überprüfen, ob die von Ihnen gesuchte Person in der 2,4 Millionen Einträge umfassenden Datenbank zu finden ist.
- Encyclopedia Britannica: kostenloser Zugang zu einer der renommiertesten Enzyklopädien der Welt.
- Das Institut für Europäische Geschichte Mainz bietet einen sehr interessanten und kostenlosen Service für Historiker im Internet an: Es präsentiert historische Kartenwerke verschiedenster Art in durchweg guter Qualität. Zu fast allen Epochen und Ländern etc. der neueren Geschichte findet sich Kartenmaterial (auch zur Kirchengeschichte), das auch heruntergeladen und als Datei abgespeichert werden kann. Ein Blick auf diese Seite lohnt wirklich, (fast) jeder wird für sein Interessengebiet fündig werden.
- Helmut Schmahls Historikerseite mit nützlichen Tips für „Profan“- Historiker.
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Fachbereich 01 Katholische und Evangelische Theologie
Katholisch-Theologische Fakultät
Abteilung Mittlere und Neuere Kirchengeschichte/Religiöse Volkskunde
Wallstraße 7-7a – Taubertsberg III
55122 Mainz
Unsere Büros befinden sich im 2. Obergeschoss:
– Raum 02-212: Univ.-Prof. Dr. Claus Arnold
– Raum 02-206: Dr. Maximilian Künster B. Mus. M. Ed. (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)
– Raum 02-202: Eva Yvonne Mann (Sekretariat)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
FB 01: Katholisch-Theologische Fakultät
Abteilung Mittlere und Neuere Kirchengeschichte/
Religiöse Volkskunde
Saarstraße 21, 55099 Mainz
- Vom Hauptbahnhof Mainz:
- Verlassen Sie den Mainzer Hauptbahnhof durch den rückwärtigen Westausgang (also nicht zum Bahnhofsplatz hin).
- Halten Sie sich sofort rechts und gehen den Weg mit Treppenstufen hinauf, auf ein großes Gebäude zu, in dem sich u.a. eine Apotheke befindet.
- Überqueren Sie an der Ampel die Straße zu diesem Gebäude hin.
- Biegen Sie rechts ab und folgen Sie in nordwestlicher Richtung der leicht ansteigenden Wallstraße.
- Nach etwa 80 m biegen Sie auf einen kleinen Weg nach links ab, der zum Taubertsbergbad hinauf führt.
- Nach etwa 40 m finden Sie links den Haupteingang zu den theologischen Fakultäten (Wallstraße 7a).
- Vom Campus Johannes Gutenberg-Universität Mainz:
- alle öffentlichen Verkehrsmittel Richtung Mainz Zentrum, Haltestelle „Hauptbahnhof West“
55124 Mainz
Isaac-Fulda-Allee 2b
Raum 02-137