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    Tatsächlich ... Gießen. Unverstellte Blicke auf die Mainzer Priesterausbildung im 19. Jahrhundert

    Referent: Domkapitular Dr. Uwe Scharfenecker (Rottenburg)

    Mit der Bulle »Provida solersque« vom 16. August 1821 nahm Papst Pius VII. nach jahrelangen Verhandlungen die kirchliche Neugliederung in den Territorien von Württemberg, Baden, Hessen-Kassel, Hessen-Darmstadt, Nassau und der Freien Stadt Frankfurt vor. Es entstand die Oberrheinische Kirchenprovinz mit dem Metropolitansitz Freiburg, die in verkleinerter Form (seit 1930 ohne Limburg und Fulda) bis heute weiterbesteht. Für Mainz war die Bulle nur eine Etappe auf einem langen Weg von 1792 bis 1830, der vom alten Erzbistum und seinem schrittweisen Untergang über das französische Departmentsbistum hin zum hessen-darmstädtischen Landesbistum führte.

    Leopold Schmid (1808–1869), Professor für Dogmatik in Gießen, erwählter Bischof von Mainz (1849) © Bildarchiv von Universitätsbibliothek und Universitätsarchiv Gießen
    Leopold Schmid (1808–1869), Professor für Dogmatik in Gießen, erwählter Bischof von Mainz (1849) © Bildarchiv von Universitätsbibliothek und Universitätsarchiv Gießen

    Eine der Folgen dieser Entwicklung war die Verlegung des Theologiestudiums vom Mainzer Priesterseminar an die neue Katholisch-Theologische Fakultät an der hessen-darmstädtischen Landesuniversität Gießen (1830). Dieser Schritt hat in Mainz verständlicherweise wenig Sympathie gefunden. Der Vortrag von Uwe Scharfenecker, der eine umfassende Geschichte der Fakultät vorgelegt hat, möchte auch in Mainz neue, unverstellte Blicke auf Gießen eröffnen.

     

     

     

     

     

     

     

     

     


    Eine Teilnahme ist nur nach vorausgehender Anmeldung möglich. Zusätzlich muss aufgrund der Corona-Regelungen beim Einlass eine Bescheinigung über die vollständige Impfung, Genesung oder eine aktuelle negative Testung vorgelegt werden. Bitte finden Sie sich aufgrund des erhöhten Kontrollaufwandes rechtzeitig vor dem Vortrag ein.

    Anmeldung bis einschließlich Montag, 28. Juni 2021, 12:00 Uhr (mit Name, Adresse, E-Mail und Tel.-Nr.) an:

    kirchengeschichte@bistum-mainz.de
    Tel. 06131-253-533

    Weitere Informationen finden Sie im Flyer.

    Johannes Meier (Hg.),

    Die Zeit der Reformation aus anderem Blickwinkel

    Eine lateinamerikanisch-ökumenische Perspektive

    Studium zur Außereuropäischen Christentumsgeschichte, Band 36

    Harrassowitz Verlag, Wiesbaden

    2021, 270 Seiten, br.

    (ISBN 978-3-447-11600-8)

    Zum Inhaltsverzeichnis

    Die Reformation in Mitteleuropa und die weltweite Ausbreitung des Katholizismus waren zwei gleichzeitige Vorgänge im Christentum. Drei Tage vor der Anhörung Martin Luthers auf dem Reichstag in Worms (17./18. April 1521) taufte P. Pedro de Valderrama, Teilnehmer an der Weltumsegelung Fernando Magellans, auf der Insel Cebú das dortige Königspaar. Mit dem Taufgeschenk an die Königin, einer Figur des Jesuskindes in flämischer Tracht, in der linken Hand den Weltapfel tragend, begann auf den Philippinen dessen bis heute lebendige Verehrung.

    Am selben Tag, an dem Luther noch vor Verhängung des Wormser Ediktes auf der Wartburg in Sicherheit gebracht wurde (4. Mai 1521), starb in Santo Domingo der Prior der ersten Kommunität der Dominikaner in Amerika, Pedro de Córdoba. Er war der intellektuelle und spirituelle Initiator des christlichen Kampfes für die Menschenrechte der Urbevölkerung des Doppelkontinents, Wegbereiter von Bartolomé de Las Casas und vielen anderen engagierten Missionaren. Umgekehrt gelangten durch flämische und spanische Teilnehmer des Wormser Reichstags erste reformatorische Schriften in die iberische Welt.

    Die in diesem Buch dokumentierte Magdeburger Tagung des Stipendienwerks Lateinamerika-­‐Deutschland wollte zu einer neuen Lektüre jener Zeit vor 500 Jahren anregen, eine andere Perspektive in das Reformationsgedenken einbringen. Es gilt, nicht nur die in der europäischen Geschichtsschreibung lange dominante gegenseitige Ausgrenzung der Konfessionen zu überwinden, sondern auch die noch immer allgegenwärtige Ausgrenzung der jahrhundertelang dem Kolonialismus unterworfenen außereuropäischen Völker und ihrer Erfahrungen.

    Der Band enthält zwölf Beiträge von Autoren aus Brasilien, Chile, Dänemark, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Peru und den USA, je sechs in spanischer und deutscher Sprache mit beigegebenen Resümees in beiden Sprachen. Den Rahmen bilden eine transkontinentale Einführung in die Epoche und eine verbindende Zeittafel.

    Anliegen dieser Tagung war es, das deutsche Reformationsgedenken auf einen weltkirchlichen Horizont hin zu öffnen, in den Kontext einer Kirchengeschichte in transkontinentaler Perspektive einzubringen und Pisten auszulegen für ein interkulturell-befreiungstheologisches ökumenisches Gespräch. Dafür wurde der Tagungsort Magdeburg im Hinblick auf die 83 Teilnehmer, darunter 30 aus Lateinamerika, mit Bedacht gewählt.

    Im Jahr 2021 jährt sich der berühmte Wormser Reichstag zum 500. Mal, auf dem Martin Luther unter Berufung auf sein Gewissen vor Kaiser und Reichsständen den kirchlich geforderten Widerruf seiner Reformschriften verweigerte. Auch das antilutherische Wormser Edikt konnte den Siegeszug der Reformation im Reich nicht aufhalten.

     

    Das Jubiläumsjahr nimmt die Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte zum Anlass, auf den Reichstag von 1521 und die nachfolgende Ausbildung diverser Konfessionskulturen in Worms zu schauen. Im Zentrum stehen zum einen die rechtliche Institution und die zeremonielle Ausgestaltung des Reichstags sowie die Situation der Reichsstadt Worms. Zum anderen wird das konfessionelle Mit- und Nebeneinander in Worms bis zum „Wormser Memorandum“ im Jahr 1971 in den Blick genommen.

    Einen besonderen Programmpunkt bildet der öffentliche Vortrag von Prof. Dr. Volker Leppin, Tübingen/Yale.

    In Kooperation mit:

    • Akademie des Bistums Mainz, Erbacher Hof
    • Altertumsverein Worms
    • Bistum Mainz, Institut für Mainzer Kirchengeschichte
    • Domgemeinde St. Peter Worms
    • Johannes Gutenberg-Universität, Historisches Seminar, Arbeitsbereich Neuere Geschichte
    • Stadt Worms
    • Treffpunkt am Dom – City und Touristenseelsorge Worms

     Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie im Flyer zum Download:

    Worms 1521 - Tagung - 18.-19.06.2021 - Flyer

    Im November 2018 fand in der Martinus Bibliothek die von Maximilian Künster Mag. Theol. konzipierte und von Prof. Dr. Claus Arnold wissenschaftlich begleitete  Ausstellung zu den Feldpostbriefen der Mainzer Priesteramtskandidaten aus den Jahren 1914 bis 1919 statt. Ursprünglich sollte die Ausstellung in diesem Semester auch im Friedensinstitut in Freiburg zu sehen sein. Da dies pandemiebedingt nicht möglich ist, hat Konstantin Funk, M.Ed., ehemaliger Student der Evangelisch-Theologischen Fakultät der JGU und jetziger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Friedensinstitut der Evangelischen Hochschule Freiburg, die Ausstellung digitalisiert.

    Zum virtuellen Ausstellungsraum

     

    Am 29.04.2021 von 16:00 bis 18:00 Uhr findet online ein Vortrag von Maximilian Künster Mag. Theol. am Friedensinstitut Freiburg der Evangelischen Hochschule Freiburg zu folgendem Thema statt: Konzept des Gerechten Krieges im Zeitalter der Weltkriege. Eine Analyse von Feldpostbriefen katholischer Theologen.

    Weitere Informationen und Anmeldung zur Teilnahme per Zoom über die Seite der Evangelischen Hochschule Freiburg.

     

    Pünktlich zum 85. Geburtstag von Prof. Dr. Friedhelm Jürgensmeier, dem langjährigen Leiter des Instituts für Mainzer Kirchengeschichte (1980-2013), am 27. März 2021 ist die Festschrift, die anlässlich seines 65. Geburtstags erschienen war, jetzt online verfügbar. Der Band ist zugleich ein wichtiger Beitrag zum 200. Jubiläum der Oberrheinischen Kirchenprovinz in diesem Jahr. Die dreißig Beiträge in »Zerfall und Wiederbeginn. Vom Erzbistum zum Bistum Mainz (1792/97–1830)« fassen die geschichtliche Epoche des Übergangs vom alten Erzbistum zum neuen Bistum Mainz vergleichend in den Blick.

    Die Digitalisierung erfolgte wie schon bei anderen Publikationen des Instituts für Mainzer Kirchengeschichte durch das rheinland-pfälzische Digitalisierungsportal dilibri. Prof. Dr. Claus Arnold, der Nachfolger von Prof. Jürgensmeier, dankte Herrn Christoph Mayr vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz für die bewährte konstruktive Kooperation. Ein besonderer Dank gilt zudem allen Autorinnen und Autoren sowie dem Verlag Echter, die in unkomplizierter Weise ihre Zustimmung zur Digitalisierung gegeben haben.

    Vollständige Titelangabe:
    Zerfall und Wiederbeginn. Vom Erzbistum zum Bistum Mainz (1792/97–1830). Ein Vergleich. Festschrift für Friedhelm Jürgensmeier mit Publikationsverzeichnis, hg. von Walter G. Rödel und Regina E. Schwerdtfeger (= Beiträge zur Mainzer Kirchengeschichte 7). Würzburg 2002.

    Zum Digitalisat

    Zur Seite des Instituts für Mainzer Kirchengeschichte des Bistums Mainz

    Seit Kurzem stehen auf der Internetseite des Instituts für Mainzer Kirchengeschichte (IMKG) die Biographien aller Mainzer Erzbischöfe und Bischöfe von 1183 bis in die Gegenwart zur Verfügung.

    (Foto: Bernd Schermuly)

     

     

     

    Die vollständige Pressemeldung des Mainzer Instituts für Kirchengeschichte des Bistums Mainz sowie die Mainzer (Erz-)Bischöfe sind unter folgenden Links einzusehen:

    Zur Pressemeldung

    Zu den Mainzer (Erz-)Bischöfen

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