Katholizismus und Moderne

Dozent:innen: Dr. Francesco Tacchi
Kurzname: VL Moderne
Kurs-Nr.: 01.086.682
Kurstyp: Vorlesung

Voraussetzungen / Organisatorisches

Die Lehrveranstaltung ist Bestandteil folgender Studiengänge und Module:
(MTh) M9: Christliches Leben in der Geschichte (MNKG)
(B.A. Katholische Theologie Kernfach) K6b: Christliches Leben in der Geschichte (MNKG)
(MA Mittelalter und Frühneuzeitstudien) M2 Vertiefungsmodul I: Christliches Leben in der Geschichte (MNKG)
Zertifikat "Konfessionelle Kooperation": Vorlesung: Christliches Leben in der Geschichte (MNKG)

Die Vorlesung wird teilweise in Präsenz und teilweise online durchgeführt. 
Folgende Vorlesungstermine finden als Präsenztermine statt: 16.04.2026, 07.05.2026 und 21.05.2026. 
Die restlichen Termine finden online statt.

Digitale Lehre

Materialien auf LMS

Empfohlene Literatur

Francesco Tacchi, Katholischer Antisozialismus. Ein Vergleich zwischen Deutschland und Italien zur Zeit Pius' X. 1903-1914, Paderborn 2021.

Inhalt

Im Laufe des 19. Jahrhunderts nahm die katholische Kirche eine ablehnende Haltung gegenüber der durch die Französische Revolution von 1789 eingeleiteten Moderne ein. Insbesondere seit dem Pontifikat Pius’ IX. profilierte sich der Heilige Stuhl durch einen ausgeprägten Widerstand gegen die modernen Freiheitsrechte und das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat, sowie allgemein gegen die Autonomisierung des Einzelnen und der Gesellschaft gegenüber den katholischen Glaubens- und Sittennormen und der moralischen Leitung durch die kirchliche Autorität. Vom päpstlichen Lehramt wurde die Moderne selbst als Abweichung von der traditionellen christlichen Gesellschaftsordnung und damit als Ergebnis philosophischer und theologischer ‚Irrtümer‘ dargestellt, die seit der Reformation schließlich auf politisch-kultureller Ebene zu Liberalismus und Sozialismus bzw. Kommunismus geführt hatten. Dieses Deutungsschema begleitete die katholische Kirche lange Zeit auf ihrem Weg in die Moderne, der einerseits von heftigen Kontroversen geprägt war – wie den Kulturkämpfen mit den liberalen Staaten des 19. Jahrhunderts nach außen, der sogenannten Modernismuskrise zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach innen –, andererseits aber auch von Anpassungsversuchen, die die Stellung der Religion und der Kirche in der Gesellschaft stärken sollten. Einen entscheidenden Wendepunkt stellte das Zweite Vatikanische Konzil dar, das mit seinem „aggiornamento“ zu einer Neubestimmung der katholischen Haltung gegenüber der Moderne und zur Anerkennung der modernen Freiheitsrechte führte. Die thematisch gegliederte Vorlesung analysiert die zentralen Merkmale und wichtigsten Etappen des Verhältnisses der Kirche zur Moderne, wobei besonderes Gewicht auf die Inhalte des römischen Lehramts gelegt wird.

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
16.04.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 311 T4
9184 - Taubertsberg III
23.04.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 Online
30.04.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 Online
07.05.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 311 T4
9184 - Taubertsberg III
21.05.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 311 T4
9184 - Taubertsberg III
28.05.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 Online
11.06.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 Online
18.06.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 Online
25.06.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 Online
02.07.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 Online
09.07.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 Online